P.I. Tschaikowsky

Der Nussknacker

Ballett in zwei Akten und vier Szenen

Libretto: Wjatscheslaw Gordejew nach einem Märchen von E.T.A. Hoffmann

Choreographie: Wjatscheslaw Gordejew

Bühnenausstattung: Igor Nezhny

Kostüme: Tatjana Tulubieva

 

Uraufführung 1982 am St. Petersburger Marientheater

Uraufführung des SRBM am 5. März 1994 im Moskauer Kremlpalast

Den Ballettklassiker „Der Nussknacker“ in einer Inszenierung des Staatlichen Russischen Balletts Moskaus auf der Bühne zu erleben gehört sicherlich zu den Höhepunkten einer jeden Theater-/ und Opernsaison.

 

Seit Jahrzehnten verzückt das Moskauer Ensemble unter der Leitung des einstigen Ballettsuperstars und Bolschoi-Ballettdirektors Wjatscheslaw Gordejew auf ihrer alljährlichen Deutschland-Tournee Publikum und Kritiker gleichermaßen.

 

Das von Yuri Burlaka trainierte Spitzenensemble aus der russischen Hauptstadt steht für klassische Ballettkunst in seiner reinsten Form. Technische Perfektion der Solisten und des Corps de ballet, edle Bühnenausstattung und wunderschöne Kostüme verschmelzen beim Staatlichen Russischen Ballett Moskau zu einer wahrhaft homogenen Einheit.

 

Ein Abend mit dem Staatlichen Russischen Ballett Moskau ist ein spannendes und zugleich unterhaltsames Ereignis für die ganze Familie und zeigt die ganze Vitalität der klassischen Ballettkunst.

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Poetische Pracht - so zeitlos wie das Weihnachtswunder

 

Ein kleines Mädchen bekommt von einem etwas sinistren Patenonkel einen Nussknacker als Weihnachtsgeschenk. Im Traum erlebt das Kind mit dieser Figur seltsame Abenteuer; am seltsamsten dabei: der Nussknacker ist gleichzeitig ein hübscher junger Mann. Als er in Schwierigkeiten gerät - eine Schar böser Mäuse setzt ihm zu -, opfert das Mädchen bereitwillig seine Kindheit in Form von Süßigkeiten, Bilderbüchern und Spielfigürchen, die der Mäusekönig als Tribut verlangt. Der Nussknacker/Jüngling ist gerettet und am Ende des Traums hebt sich Maria wie auf steigenden Wellen immer höher und höher, höher und höher...

 

Der Nussknacker ist Ballett und Weihnachtstradition, erzieherisch gedachte Parabel wie niveauvolle Entspannung, verheißungsvoller Kindertraum und beschaulicher Rückblick der Älteren sowie Vieles mehr zugleich.

 

Kann Tschaikowskys „Schwanensee“ – wie bei genauerer Analyse jedes seiner insgesamt drei Ballette – als eine Hommage an vollendet reine, fast übernatürliche Weiblichkeit gedeutet werden, so ist der „Nussknacker“ die Referenz an jugendlich unbekümmerte Mädchenhaftigkeit.

 

Die Schlichtheit, ja sogar beiläufig anmutende Alltäglichkeit der schwärmerischen Träume eines jungen Mädchens, das noch dazu etwa im Gegensatz zum „Dornröschen“ oder zur „Odette“ obzwar begütert weder Prinzessin noch verzaubert ist, scheint auf den ersten Blick ein gar zu banaler Stoff zu sein, um ein Ballettpublikum in seinen Bann zu ziehen.

 

Doch welch eine poetische Pracht entfaltet die Partitur aus dieser Ausgangslage!

 

In virtuos gehandhabter Orchesterbehandlung breitet Tschaikowsky, einer der größten Meister der Instrumentation, eine Sammlung an musikalischen Miniaturen aus, die in allen instrumentalen Farben und Registern funkelt, ja, er erweitert für die pittoreske Zeichnung sogar das Orchester, setzt an einer der berühmtesten Stellen der Partitur zum ersten Mal in der Musikgeschichte die Celesta ein, ein Instrument, das nur kurze Zeit vor Entstehung des „Nussknackers“ in Frankreich erfunden worden war.

 

Wie gewohnt gab Petipa dem Komponisten genaueste Anweisungen. Kerzenentzündung am Lichterbaum: 8 Takte funkelnde Musik; Freude über die Geschenke: Tremolo; Auftritt Drosselmeyer: 16-24 Takte furchteinflößende, jedoch komische Musik. So sah das aus.

 

Bei aller Berücksichtigung funktioneller Aspekte der Musik und einschlägiger Wünsche des Choreographen Petipa gibt Tschaikowsky die sinfonische Eigenständigkeit niemals ganz preis, schafft es, einen harmonischen Ausgleich zwischen absoluter musikalischer Form und funktioneller Adaption herzustellen. So erklärt es sich auch, dass der „Nussknacker“ in einer vom Komponisten selbst erstellten Suitenfassung auch im Konzertsaal seinen dauerhaften Platz gefunden hat. (Zahllose Bearbeitungen der Partitur, die vom Jazz bis hin zur populären Unterhaltungsmusik reichen, folgten.) Der Komponist war überhaupt ein Glücksfall für das Tanztheater. Seine Vorgänger hatten zuletzt nur noch fade Gebrauchsmusik abgeliefert; das romantische Ballett selbst war fast schon ein Anachronismus. Tschaikowsky hat es mit seiner Trilogie - Schwanensee, Dornröschen, Nussknacker - zu neuem und dauerhaftem Leben erweckt.

 

Es bedarf eines erstrangigen Ensembles wie des „Staatlich Russischen Ballett Moskau“, um den musikalischen Herausforderungen des Werkes mit einer tänzerischen Leistung auf höchstem Niveau einheitlicher doch künstlerisch höchst individueller Persönlichkeiten zu begegnen und die „Nuss der technischen Anforderungen“ dieses Balletts zu knacken. Die Herausforderungen des Werkes liegen insbesondere im Part der jungen Hauptfigur „Marie“, die in Produktionen außerhalb Russlands oft auch „Klara“ heißt. (Diese etwas verwirrende Praxis unterschiedlicher Namen für ein und die selbe Figur gibt mitunter Anlass für angeregte Diskussionen zwischen den jüngsten Ballettbesucherinnen, die sich mit rührender Überzeugung für ihre innig geliebte „Marie“ bzw. „Klara“ einsetzen – es ist schön zu wissen, dass in diesem Falle alle Recht behalten.)

 

Ist es insbesondere das Einfache, Schlichte, zu tiefst Menschliche und Natürliche, das letztlich die Sphäre zeitloser Kunst speist, so liegt in dieser Erkenntnis Trost und tiefer Frieden – Wahrheiten die auch außerhalb der Weihnachtszeit immer ihren Platz im Herzen haben.

 

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