Seit 1979 Botschafter der
russischen Ballett-Kultur

Staatliches Russisches Ballett Moskau

 

 

 

Die Länge des für Tutus verbrauchten Tülls in Kilometern, die Anzahl durchgetanzter Spitzenschuhe oder der im Transit durchwachten Nächte: längst hat das Staatliche Russische Ballett Moskau aufgehört zu zählen, würden die Superlative doch jeden Rahmen sprengen. Dabei waren die Anfänge eher bescheiden. Es gab kein eigenes Haus und noch nicht einmal eine eigene Probebühne. Beinahe täglich mussten die Tänzer für das Training in andere Säle umziehen.

Irina Tichomirnova

(1917-1985) gründete 1979 das

„Moskauer Ballett“, das 10 Jahre später

als erstmals auch in Deutschland gastierte.

Das „Moskauer Ballett“

Aus der großen Tradition des Moskauer Bolschoi Balletts mit der dazugehörigen Schule, die insbesondere das athletische Element des klassischen Tanzes betont, und die sich im Laufe des zwanzigsten Jahrhunderts innerhalb Russlands zur dominierenden entwickelte, ging Primaballerina Irina Tichomirnova (1917-1985) hervor. Sie studierte zunächst an der Schule des Bolschoi Theaters, an der sie 1936 graduierte, um noch im selben Jahr als Solistin am Bolschoi Ballett engagiert zu werden. Rasch stieg sie zur Ballerina auf und kreierte zahlreiche Rollen. Als Trägerin des Stalin-Preises (1947) und der Auszeichnung Merited Artist of the R.S.F.S.R. (1951) wurde sie an der Seite ihres Gatten Asaf Messerer, der ebenfalls ein herausragender Solist des Bolschoi Balletts war, rasch zu einer einflussreichen Persönlichkeit im Kulturleben. In ihrer Funktion als Ballettdirektorin der elitären Moskauer Philharmonischen Gesellschaft träumte sie von einem Tournee-Ensemble, das als Botschafter der russischen Ballett-Kultur die hohe Schule des klassischen Tanzes weltweit (re)präsentieren sollte.

 

1979 entsteht das Moskauer Ballett

Durch den unermüdlichen Einsatz von Madame Tichomirnova  vereint dieses Ensemble vor allem Talente aus dem Bolschoi, Kirov und Stanislavsky Theater. Wie so oft sind dabei am Anfang viele Hürden zu überwinden. Doch trotz aller Hindernisse kann sich die aufblühende Compagnie mit eisernem Willen und hohem Engagement bald einen Platz im Olymp der sowjetischen Ballettensembles ertanzen.

 

1984: Die Aera Gordejew beginnt

Als Wjatscheslaw Gordejew zusammen mit seiner damaligen Gattin, der Ballerina des Bolschoi Balletts Nadeschda Pawlowa, 1984 als Gast-Star bei einer Vorstellung des Moskauer Balletts auftritt, ist es für alle Beteiligten Liebe auf den ersten Blick. Gordejew erinnert sich: „Der Enthusiasmus und der harte Arbeitswille aber auch die ungekünstelte Freundlichkeit der Truppe haben mich sofort tief beeindruckt.“

 

Kurze Zeit nach seinem Gastauftritt wird er vom Ballettmeister am Bolschoi Theater Asaf Messerer, einst neben Alexei Varlamov auch Gordejews Lehrer und Förderer, auf den Wunsch seiner schwer erkrankten Frau Irina Tichomirnova hin gebeten, ihr „liebstes Kind“ – dieses damals noch kleine Ballettensemble von 16 Tänzern – am Leben zu erhalten und dessen Leitung zu übernehmen. Sein Entschluss steht sofort fest. Unter seiner Führung und nach seinen ästhetisch-choreographischen Vorstellungen etabliert sich ein einzigartiges Ensemble mit künstlerisch und technisch höchsten Ansprüchen. Mit grossem Einsatz aller Beteiligten wird das Repertoire und die internationale Tourneetätigkeit in der Folge immer weiter ausgebaut es gelingt, den Traum ihrer Gründerin endlich zu verwirklichen.

 

1987 festigt die Tour in den Vereinigten Staaten – unter der Schirmherrschaft des damaligen Präsidenten Ronald Reagan – den Ruhm international und ermöglicht den Einstieg zu einer Serie von Tourneen auf der ganzen Welt. Ob in Australien, den USA, in Europa oder in Asien – überall wird die junge Truppe seither stürmisch gefeiert.

Der 12. Dezember markiert mit der Landung in Berlin den Start zur ersten deutschen Gastspielsaison 1988/89. Dies war der Beginn einer nunmehr zweieinhalb Jahrzehnte währenden Deutsch-Russischen Erfolgsgeschichte. Unter den SolistInnen der ersten Deutschland-Tournee befanden sich namhafte Gaststars von den führenden Ballettbühnen der gesamten damaligen Sowjetunion, darunter Alexander Bogatyrev und Andrey Kondratov vom Bolschoi Theater Moskau, Kaye Kyrb aus Estland und Svetlana Kuznetsova aus Woronesch. Bei den internationalen Wettbewerben von Cento und Mirandola 1989 in Italien gewinnt das Ensemble die Goldmedaille.

 

1989/1990 führt die Europatournee die Compagnie auch erstmals nach Österreich sowie daran anschliessend in die Schweiz.

 

1990/91 wird die Ausnahmecompagnie mit der Auszeichnung „Bestes Ballett Ensemble Europas“ geehrt und erringt nach der erfolgreichen Europatournee das „Goldene Ticket“ für 100.000 Besucher innerhalb der Tour 1989/90. Die erste Tournee durch Großbritannien, die das Ensemble unter anderem nach Bristol, Edinburgh, Manchester, Nottingham, London und viele weitere Orte führt, lockt auch die als eher unterkühlt geltenden Briten aus der Reserve. Im weiteren Verlauf der Tournee gastieren die Tänzerinnen und Tänzer auch wieder in zahlreichen Orten in Deutschland.

 

1991 findet im Kremlpalast die Premiere des Balletts „Schwanensee“ statt.

 

1992/93 präsentiert das Ensemble zum ersten Mal  ein abendfüllendes Ballett während einer Tournee, der„Schwanensee“.

 

1992 feiert die Compagnie endlich ihren Umzug an ihre feste Bühne in Moskau.

 

1993/94 gelangt in Skandinavien mit dem „Nussknacker“ die zweite abendfüllende Produktion zur Premiere.

 

1994/95 hat sich das Repertoire an abendfüllenden Tournee-Produktionen erneut erweitert: Die erste Vorstellung von „Giselle“ geht in Frankfurt am Main über die Bühne.

 

1995/96 ergänzt mit „Coppélia“ ein weiteres abendfüllendes Ballett das Repertoire. Gleichzeitig feiert 1995 die Compagnie sein 15-jähriges Jubiläum auf den Bühnen des Bolschoi Theaters.

 

1998 wird Wjatscheslaw Gordejew zu seinem 50. Geburtstag mit einer Feier im berühmten „Rossia“ Konzertsaal geehrt.

 

1999/2000 steht auf dem Milleniums-Spielplan eine weitere abendfüllende Produktion: „Dornröschen” in voller Länge. Damit ist die so genannte Tschaikowsky-Trilogie im Repertoire vollständig. Mit dem Beginn des neuen Jahrtausends kann man bereits auf 20 Jahre seines Bestehens zurückblicken.

 

2000/2001 nimmt Gordejew als Referenz vor der choreographischen Kunst des Michail Fokin den „Sterbenden Schwan“ sowie weitere bedeutende Arbeiten, darunter das Adagio aus „Schéhérazade“ und „Zauber von Naina‘s Tanz“ aus der Oper „Ruslan und Ludmilla“ in das Repertoire auf.

Außerdem feiert eine völlig neue abendfüllende Produktion in Moskau Premiere: „Cinderella“ zur Musik von S. Prokofjew in der Choreographie von Wjatscheslaw Gordejew.

 

2002/03 wird erstmals außerhalb Russ­lands Gordejews neue Choreografie “Cinderella“ aufgeführt.

 

2008/2009 geht das Ensemble zum 20. Mal auf seine traditionelle jährliche Tournee durch die deutschsprachigen Länder. Bis dahin hat man  allein in Deutschland in 88 Städten gastiert. Das Repertoire des Theaters umfasst jetzt 15 Hauptwerke der Ballettliteratur im Umfang

von einem Akt („Einakter“) bis hin zu mehreren Akten („abendfüllendes Ballett“) sowie mehr als 40 choreographische Miniaturen.

 

2012/13 wird die 25. Jubiläumstournee mit insgesamt 34 Vorstellungen vor begeisterten Zuschauern in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Liechtenstein zum weithin gefeierten Ereignis.

 

2014 In der inzwischen siebenundzwanzigsten Tourneesaison eines faszinierenden Ballettmarathons mit ungezählten Aufführungen vor an die Millionen gehenden Zuschauern präsentiert sich das Staatliche Russische Ballett Moskau dynamischer und kraftvoller als jemals zuvor: Eine  junge und bereits mehrfach preisgekrönte Generation tritt an, die wunderbare Kunst des russischen Balletts in die Herzen ihres Publikums zu tragen und damit die Erfolgsgeschichte des Ensembles fortzusetzen.

 

Der mühevolle Weg von den bescheidenen Anfängen der frühen Jahre als „Moskauer Ballett“ bis hin zur Compagnie von Weltgeltung trägt durchaus märchenhafte Züge. Ähnlich wie Aschenputtel, das durch seine Freundlichkeit, Aufrichtigkeit und unermüdliche Arbeit zur innig geliebten Prinzessin wurde, gelang auch dem heutigen Staatlichen Russischen Ballett Moskauder Aufstieg vom „verwaisten“ wenig beachteten Kammerballett-Ensemble zur weltweit gefeierten Compagnie.

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