Léo Delibes

Cinderella

Ballett in zwei Akten und neun Bildern

Choreographie: W. Gordejew
Libretto: W. Gordejew
Bühnenausstattung: Yuri Ustinov
Kostüme: Irina Akimova

Uraufführung 1945 am Moskauer Bolschoi Theater
Uraufführung des Staatlichen Russischen Ballett Moskau 2001 im Moskauer Kremlpalast

 

Nach dem überwältigendem Erfolg seines Balletts “Romeo und Julia” schrieb Sergej Prokofjew ein zweites Meisterwerk “Cinderella” basierend auf dem weltbekanntem Charles Perrault Märchen, auch als Aschenputtel bekannt. Das Thema vom lieben und verträumten Aschenputtel, der zänkischen Stiefmutter, den hochmütigen Schwestern und dem jungen Prinzen bildet in seiner tänzerischen und musikalischen Schönheit eines der beliebtesten Ballettwerke unserer Zeit.

In dieser zu Herzen gehenden Geschichte von der Verwandlung eines armen Mädchens in eine Märchenprinzessin siegt die Kraft der Liebe. Das Gute triumphiert über das Böse. “Die Schöpfer des Balletts wollten, dass die Zuschauer in dieser Märchenfassung lebendige fühlende Menschen erkennen”, schrieb der Komponist über sein Ballett. Zugleich ist diese Geschichte eine Entwicklungsgeschichte: Die Hauptfigur wandelt sich durch die Liebe von der unterdrückten und erniedrigten Dienstmagd zu einer strahlenden und selbstbewussten Prinzessin, die alle bezaubert.

“In der Musik wird die Gestalt des Aschenputtels durch drei Themen charakterisiert”, erläuterte Prokofjew. “Das erste Thema schildert das gekränkte Aschenputtel, das zweite – Aschenputtel schlicht und verträumt, und das dritte, breit ausholende Thema – Aschenputtel als verliebtes und glückliches Mädchen.” Demgegenüber steht die neidische Umwelt der Heldin, die erfindungsreich gezeichnet wird. Herausragend und von besonderer Komik ist die Charakterisierung der einfältigen bösen Stiefschwestern. Ständig zanken sie sich, versuchen ungeschickt, den französischen Gavotte-Tanz zu lernen und rüsten sich streitsüchtig für den großen Ball. Auch die Porträts der vier Feen der Jahreszeiten gelingen ausgesprochen plastisch. Höhepunkt der Märchenhaftigkeit ist die Ballszene, in der es Mitternacht schlägt: Zwölf Zwerge springen aus der Uhr und führen im Takt des Geläuts einen Tanz auf. Diese Szene schafft Parallelen zur spielzeugartigen Welt von Tschaikowskys “Der Nussknacker”. Reich an Tänzen enthält Aschenputtel zahlreiche Variationen, Pas de deux, drei Walzer, ein Adagio, eine Gavotte, eine Bourrée und eine Mazurka. Besonders die Walzer sollen das Aufkeimen und die Entfaltung der Liebe ausdrücken.

Ursprünglich war Prokofjews Werk eine Auftragsproduktion für das Kirow-Theater. 1948 brachte Frederick Ashton mit seiner Aufführung am Londoner Royal Opera House Cinderella erstmals in den Westen und untermauerte mit einer Neuinszenierung 1965 den langanhaltenden Erfolg des Stücks. Einen weiteren Meilenstein in der Geschichte des Cinderella-Balletts setzt nun Wjatscheslaw Gordejew: Die Erstaufführung seiner Produktion avancierte im Ballett verwöhnten Moskau zur absoluten Sensation.

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